Pflegefachkraft – mehr als nur pflegen

Wie ihr bereits in den vorherigen Beiträgen erfahren habt, habe ich meine Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft Ende Juli erfolgreich abgeschlossen. Nun bin ich seit knapp 4 Monaten mitten drin – im Alltag als Pflegefachkraft. Wenn ihr genau wissen möchtet, was meine Aufgaben sind und wie mein Alltag in der Pflege aussieht, dann klickt hier.

Wie oben erwähnt, bin ich nun seit knapp 4 Monaten als Pflegefachkraft im BETHANIEN HAVELGARTEN tätig. Inzwischen habe ich schon einiges dazu gelernt, neue Aufgaben zugeteilt bekommen und vieles mehr. Als Azubi erfährt man schon sehr vieles über die Zeit nach der Ausbildung, lernt vieles kennen und weiß in etwa was auf einen zu kommt.

Die ersten Tage als Pflegefachkraft

Anfangs habe ich noch nicht viel neues gemacht und schon gar nicht alleine. Ich hatte immer eine erfahrene Pflegefachkraft an meiner Seite. Mein Alltag ging los mit der morgendlichen Versorgung der Bewohner. Was schon Routine für mich war, musste ich nun aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Während ich zuvor mögliche Auffälligkeiten des Hautbildes eines Bewohners an eine Fachkraft weitergab, musste ich nun eigenständig einschätzen und dokumentieren.

Am ersten Tag habe ich mit einer Schülerin gearbeitet, die bei uns die Ausbildung angefangen hat. Es war mir neu, jemanden die Etage zu zeigen und einzuarbeiten. Aber es machte Spaß. Ich habe mich sehr darüber gefreut, eine neue Schülerin bei uns begrüßen zu können und habe ihr auch Fragen direkt beantworten können.

Neue Aufgaben nach der Ausbildung

Nach ein paar Tagen bekam ich neue Aufgaben zugeteilt. Ich erhielt z. B. meine erste „Bezugspflege“. Das heißt, eine Bewohnerin, um die ich mich besonders kümmern soll. Alle Angelegenheiten im Bezug auf die ärztliche Betreuung, Medikamente, Versorgung, Befinden etc. habe ich mit den zuständigen Angehörigen persönlich besprochen.

Auch um Beratungsgespräche und Fallbesprechungen muss ich mich kümmern, wenn es nötig ist. Ebenso ist es besonders wichtig, seine Bezugspflegen gut kennenzulernen, um die Tagesstruktur dementsprechend anzupassen, um die pflegerische Versorgung für alle Kollegen verständlich und nachvollziehbar in der Dokumentation festzuhalten.

Ebenso hat sich jede Bezugpflegekraft darum zu kümmern, dass die Dokumente in der Bewohnerakte vollständig sind und vieles mehr. Ich habe mich gefreut, diese Aufgabe zu übernehmen.

Pflegedokumentation und Medikamente

Ich erhielt eine ausführliche Einweisung in die Pflegedokumentation: Was muss ich wissen, wo finde ich was etc. auch das Führen von Telefonaten mit Ärzten ist besonders wichtig. Genauso auch wie ich eine ärztliche Verordnung anlege und welche Informationen dafür notwendig sind.

Der richtige Umgang mit Medikamenten ist besonders wichtig, insbesondere im Umgang mit BTM’s (Betäubungsmittel). Wie bestelle ich ein Medikament, welches sich dem Ende nähert? Welches Medikament wird von unserer Neurologin angeordnet? Gerade im Umgang mit Medikamenten benötigt man volle Konzentration!

Nachtdienste – nicht so einfach!

Auch mache ich nun Nachtdienste. Bei uns geht ein Nachtdienst von 21:15 Uhr- 07:45 Uhr. Eine anstrengende und lange Zeit in der man vieles zu tun hat. Allein die Umstellung am Tage zu schlafen und in der Nacht wach zu sein, ist nicht für jeden so einfach. Auch für mich war das anfangs nicht so leicht. Meist konnte ich nach den Diensten am Tage nicht schlafen und blieb fast 24 Stunden am Stück wach. Das beeinflusst natürlich die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auf der Arbeit, aber auch die Gesundheit wird dadurch stark beansprucht. Ausreichend Schlaf ist verdammt wichtig!

Mehr als nur Pflege

Neben so vielen Aufgaben, die erledigt werden müssen, sind wir in der Pflege noch viel mehr. Wir singen, lachen, trösten und scherzen. Auch hören wir zu und berichten. Wir streicheln Hände und Gesichter, sind Sänger, Tänzer, aber auch Dichter und Seelentröster sowieso.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt einer Pflegefachkraft verschaffen und dass euch mein Beitrag gefällt. Ich freue mich sehr über ein Feedback. 🙂

 

Ein Gedanke zu „Pflegefachkraft – mehr als nur pflegen“

  1. Liebe Lisa,
    deine “ Veränderungen“ als Pflegefachkraft hast du wirklich detailliert beschrieben! Du übernimmst Verantwortung, gibst Antworten auf wichtige Fragen egal von wem und behälst das große Ganze im Blick! Das machst du wirklich toll!

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