Azubis brauchen klare Regeln – Interview mit der Ausbildungsbeauftragten

Cornelia Clauß leitet seit 2008 das AGAPLESION BETHANIEN SOPHIENHAUS und ist gleichzeitig Ausbildungsbeauftragte für alle Standorte der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE. Begüm Gümüsdere sprach mit Frau Clauß über ihre Aufgabe als Ausbildungsbeauftragte.

Frau Clauß, vielen Dank, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten.

Seit wann sind Sie Ausbildungsbeauftragte der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE?

Ich habe im Januar 2003 im AGAPLESION BETHANIEN SOPHIENHAUS angefangen. Seit diesem Zeitpunkt begleite ich auch unsere Auszubildenden. Im August 2015 habe ich die Ausbildungskoordination für alle Standorte der Agaplesion Bethanien Diakonie übernommen.

Was sind Ihre Aufgaben?

Im Vordergrund steht natürlich die Rekrutierung, das heißt Gewinnung von Auszubildenden. In enger Zusammenarbeit mit der Unternehmens-kommunikation werden hier gemeinsam Broschüren erarbeitet, give-aways ausgewählt, Stellenanzeigen verfasst und die Teilnahme an Messen oder an Schulen geplant und organsiert. Darüber hinaus führe ich die Einstellungsgespräche, organisiere die Schülerstationen, begleite die Auszubildenden bis zu ihrer Prüfung und bin natürlich auch Ansprechpartner für Fragen und wenn es mal brennt.

Was hat Sie motiviert, Ausbildungsbeauftragte zu werden? 

Mir macht es Freude junge Menschen auf ihrem Weg in einen Beruf mit Zukunft zu begleiten, sie bestmöglich darauf vorzubereiten und zu motivieren. Mein Ziel ist es, dass an allen Standorten der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE alle Ausbildungsplätze auch belegt sind. So haben wir die Chance, den eigenen Nachwuchs zu entwickeln.

Wo liegen die Herausforderungen, Jugendliche für den Beruf Altenpfleger/in zu begeistern?

Das Ansehen des Berufes als Altenpfleger oder Altenpflegerin ist in der Öffentlichkeit noch immer behaftet mit „Essen reichen“ und „Po abwischen“, um es ganz deutlich zu sagen. Hinzu kommen Faktoren wie Verdienst und Schichtarbeit. Der Beruf ist jedoch viel mehr als nur das. Aber so langsam beginnt sich der Ruf zu wandeln. In einer aktuellen Umfrage liegt der Beruf Altenpfleger/ Altenpflegerin auf Platz 2 des Rankings bei Berufswünschen. Unser Ziel ist es, den Jugendlichen die Vielseitigkeit des Berufes näher zu bringen und sie dafür zu begeistern. Dafür gehen wir auf Messen, in die Schulen und laden junge Menschen zu uns ein.

Was sind besondere Situationen im Rahmen Ihrer Aufgabe mit Auszubildenden?

Viele Bewerber haben erste Erfahrungen bei der „Pflege“ ihrer Großeltern gesammelt und sind dann ganz überrascht, dass ein Pflegeheim doch so völlig anders ist. Oft habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass nicht die Noten das Entscheidende sind, sondern die Empathie und die Offenheit für unsere Bewohner. Geduld, Einfühlungsvermögen und Freude sind der Schlüssel für eine Pflegefachkraft. Außerdem brauchen junge Menschen klare Regeln und einen Rahmen, in dem sie sich bewegen können. Wenn diese Faktoren erfüllt sind, dann kann einer erfolgreichen Prüfung nur noch der Azubi sich selbst im Weg stehen.

Leider kommt es in letzter Zeit aber immer häufiger vor, dass Termine für Bewerbungsgespräche trotz vorheriger Zusage nicht eingehalten werden.
Hier steuern wir gegen, indem wir die Bewerber einen Tag vor ihrem Termin nochmal erinnern, entweder telefonsich oder per SMS und whatsapp.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Schülerstation, die vom 5. Februar bis 6. März 2017 im AGAPLESION BETHANIEN SOPHIENHAUS stattfindet und von Frau Clauß geplant und organisiert wird.

Was eine Schülerstation ist und welche Herausforderungen auf die Azubis dort warten, erfahrt ihr demnächst in diesem Blog.

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